Wie Gluten unsere Gesundheit und Bodycomp beeinflusst

Was ist Gluten?
Gluten ist ein Klebereiweiß, welchen wir hauptsächlich über Getreide konsumieren. Dabei besteht es aus 2 Hauptproteingruppen: Gluteninen und Gliadinen. Gliadin setzt sich aus insgesamt 12 verschiedenen Untergruppen zusammen.

Wie wirkt Gluten auf den Körper?
Bei der Reaktion auf den Körper unterscheidet man zwischen einer Glutensensitivität und einer Zöliakie (1-4 %), welches eine extreme Ausprägungsform der Sensitivität ist. Zöliakie ist das Ergebnis einer allergischen Reaktion auf Gluten, die speziell den Dünndarm angreift, und damit eine der heftigsten denkbaren Reaktionen auf diese Substanz. Bei der Reaktion kann jedes Organ betroffen sein, obwohl der Dünndarm symptomfrei bleiben kann. Um die Wirkung von Gluten auf den Darm zu verstehen, musst du verstehen, was Zonulin ist.
Das Regulatorprotein Zonulin ist ein geeigneter Marker, um die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut zu messen. Zonulin reguliert den Austausch von Flüssigkeit, Makromolekülen und Leukozyten zwischen dem Blutstrom und dem Darmlumen. Außerdem schützt es die subepithelialen Schichten.
Verschiedene Reize veranlassen die Darmepithelzellen, Zonulin in das Darmlumen und in die Blutgefäße abzugeben. Beispiele sind der direkte Kontakt zu Bakterien bei fehlender oder unterbrochener intestinaler Mukusschicht und der Kontakt zu Gliadin. Das Zonulin ist der Türsteher, der entscheidet, wer in den Club (Blutkreislauf) reinkommt und wer nicht.
Wie entsteht ein Leaky Gut bzw. welche Stoffe lassen ihn entstehen?
Wenn der Körper bestimmte Nahrung nicht verträgt, versucht er, den Schaden in Grenzen zu halten, indem er Botenstoffe für Entzündungsreaktionen losschickt, die diese Nahrungsbestandteile als »Feinde« markieren. Auf diese Information reagiert das Immunsystem mit der Ausschüttung von Entzündungsstoffen, darunter auch Killerzellen, um die Angreifer auszumerzen.
Dabei leidet häufig das Gewebe, in diesem Fall der Dünndarm, und man spricht von einem »leaky gut«, also einem übermäßig durchlässigen Darm. Bei einer solchen Vorschädigung kommt es nachfolgend oft zu weiteren Lebensmittelunverträglichkeiten, und die anhaltende Entzündungsreaktion erhöht zugleich das Risiko für die Entstehung einer Autoimmunkrankheit.
Was erhöht die Durchlässigkeit des Darms?
  • Gluten → Gliadin reagiert mit Zonulin
  • Entzündungen erhöhen Cortisol
  • High Carb, High Sugar
Was passiert, wenn der Darm auf einmal Leaky wird?
Beim Leaky-Gut-Syndrom ist die Darmschleimhaut unphysiologisch durchlässig. Dadurch gelangen fettunlösliche Stoffe, Mikroben und ihre Bruchstücke, unvollständig gespaltene Nahrungsbestandteile und Schadstoffe ungehindert in den Blutkreislauf. Der Einstrom überlastet die Leber und löst immunologische Reaktionen und Fehlregulationen aus – mit weitreichenden Konsequenzen.
Wenn Antikörper des Immunsystems mit einem Protein oder Antigen in Kontakt kommen, gegen das diese Person allergisch ist, kommt eine Entzündungskaskade in Gang, die zahlreiche schädliche Chemikalien freisetzt, die Zytokine.
Zytokine sind für das Gehirn sehr gefährlich, greifen Gewebe an und machen das Gehirn anfällig für Fehlfunktionen und Erkrankungen, besonders bei fortwährenden Attacken.
Zudem entstehen Antigliadin-Antikörper, die wiederum zur Bildung von noch mehr entzündlichen Zytokinen führen.
Bei glutensensitiven Menschen kann selbst ohne jegliche Magendarmproblematik die Gehirnfunktion beeinträchtigt sein. Seit mehr als zehn Jahren weist Dr. Hadjivassiliou immer wieder nach, dass eine glutenfreie Ernährung glutenempfindliche Personen vollständig von ihren Kopfschmerzen erlösen kann. In seiner Übersicht für The Lancet Neurology ruft er unüberhörbar zu einem Umdenken in Bezug auf Glutensensitivität auf.
Forschungen haben ergeben, dass die Immunreaktion auf Gluten Botenstoffe aktiviert, die letztlich Entzündungen auslösen, vor allem aber die Bildung des COX-2-Enzyms anstoßen, was zu einer erhöhten Produktion entzündungsfördernder Substanzen führt.
Bei einem Leaky Gut entwickelt der Körper ebenfalls Antikörper gegen Lipopolysaccharide (LPS), welche Entzündungen im Körper fördern. LPS sind Bestandteile der Außenmembran von bestimmten Darmbakterien. Diese LPS sorgen für eine Stabilität und Schutz vor Verdauung durch die Gallensäure. Diese LPS fördern Entzündungen im Körper. Bei einer intakten Darmwand werden diese LPS darin gehindert, in den Blutkreislauf zu gelangen. Erhöht sich jetzt die Durchlässigkeit des Darms, können diese LPS in den Blutkreislauf gelangen und somit Entzündungen fördern und Schaden anrichten.
Dabei sollte man berücksichtigen, dass die ansteigende Glutensensitivität nicht nur ein Ergebnis von übermäßigem Kontakt mit Gluten über die heutige, industriell verarbeitete Nahrung ist. Sie ist zugleich das Ergebnis von zu viel Zucker und zu vielen entzündungsfördernden Lebensmitteln.
Eine weitere Rolle spielen Umweltgifte, welche die Aktivität unserer Gene verändern und damit beeinflussen, ob bestimmte Autoimmunsignale freigesetzt werden oder nicht. Die Kombination all dieser Bausteine – Gluten, Zucker, entzündungsfördernde Lebensmittel und Umweltbelastung – führt zu einem wahren Sturmangriff auf den Körper, besonders das Gehirn.
Anzeichen für eine Sensitivität:
  • Alkoholsucht
  • Allgemeine Anfälligkeit
  • ALS (Amyotrophe Lateralsklerose: degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems)
  • Angstzustände
  • Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), Gleichgewichtsstörungen
  • Autismus
  • Autoimmunerkrankungen (Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis, rheumatische Gelenkveränderungen und vieles mehr)
  • Depressionen
  • Fehlgeburten
  • Herzerkrankung
  • Knochenschmerzen, Osteopenie (Minderung der Knochendichte), Osteoporose
  • Krebs
  • Migräne
  • Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz)
  • Nesselsucht, Ausschläge
  • Neurologische Erkrankungen (Demenz, Alzheimer, Schizophrenie und so weiter)
  • Parkinson-Krankheit
  • Reizdarmsyndrom
  • Schmerzen in der Brust
  • Starkes Verlangen nach Zucker
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Unfruchtbarkeit
  • Unzureichende Verdauung mit mangelnder Nährstoffaufnahme
  • Verdauungsstörungen (Aufstoßen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Krämpfe und so weiter)
  • Verzögertes Wachstum
  • Wie benebelt sein aka Brain Fog

Quelle: Auszug aus Dumm wie Brot Perlmutter, David; Loberg, Kristin

Zusammenfassung von Gluten und dessen Wirkung auf den Körper

Das enthaltene Gliadin reagiert mit dem Zonulin in der Darmschleimhaut. Dadurch erhöht sich die Durchlässigkeit des Darms (Leaky Gut). Durch diese erhöhte Durchlässigkeit können Schadstoffe wie LPS leichter in die Blutbahn gelangen. Diese fördern Entzündungen im Körper, welches sich langfristig extrem negativ auf den Körper auswirken kann.

Entzündungen sind zwar wichtig für den Körper, jedoch nur bis zu einem gewissen Maß. Ein kontrolliertes Feuer im Ofen hilft dir warm zu bleiben. Ein Waldbrand wird sehr schnell gefährlich für dich sein. Durch mehr Entzündungen im Körper wird langfristig auch dein Cortisolspiegel steigen, was dich in eine körperliche Abwärtsspirale bringen wird.

Was Cortisol bzw. ein langfristig erhöhter Cortisolspiegel mit deiner Bodycomp zu tun haben, erfährst du in diesem Artikel.

Meine ganz klare Empfehlung für dich ist, dass du möglichst auf Gluten verzichten solltest. Gluten wirkt sich genauso wie Alkohol negativ auf deinen Körper auf (nur dass hier die meisten nicht immer sofort einen Effekt spüren).

Genau genommen verträgt kein Mensch Gluten. Hier gibt es kein Raum für Diskussionen, da es ein Fakt ist.

Die einen können nur besser damit leben, als die anderen. Das ist wie mit Alkohol. Ich wäre nach einer Flasche Wein betrunken und jemand anderes erst nach 3. Deswegen wollen wir glutenhaltige Lebensmittel so weit es geht vermeiden.

Hierzu zählen alle Getreideprodukte, wie Mehl, Brot, Brötchen, Kuchen, Pizza, Pasta, etc. Bei einigen Menschen funktionieren Haferflocken jedoch gut, was man eben ausprobieren muss.

Wenn du nicht komplett darauf verzichten möchtest, dann achte auf jeden Fall auf einen reduzierten Konsum und am besten Teige, die lange „aufgegangen“ sind. Ein guter Pizzateig wird bis zu 72 Stunden ruhen gelassen. Dadurch wird er bekömmlicher und er schmeckt außerdem besser. Beim Thema Brot würde ich zu 100 % Sauerteig tendieren, da hier ähnliche Prozesse stattfinden und durch die Fermentierung ein Teil des Glutens abgebaut werden.

Meine Empfehlung wäre für den Anfang Gluten für mindestens 4 Wochen zu streichen. Danach würde ich maximal 1-2x pro Woche eine Portion essen.

Referenzen

  1. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/00365520500235334?journalCode=igas20
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24153250/
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC39991/pdf/pnas01508-0266.pdf
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11864854/
  5. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0889159117304208

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